herkömmliche/verweigernde vs. NEUE AUTORITÄT

Die folgende Gegenüberstellung soll die grundlegenden Unterschiede der Neuen Autorität in Bezug zur herkömmlichen bzw. verweigernden Autorität  sichtbar machen und aufzeigen, worauf diese gründen:

herkömmliche Autorität

NEUE AUTORITÄT
verweigernde Autorität
Distanz PRÄSENZ Grenzenlosigkeit
Kontrolle SELBSTKONTROLLE Kontrollverlust
Unmittelbarkeit
VERZÖGERUNG Ignoranz
Willkür
TRANSPARENZ Unentschlossenheit
Strafe WIEDERGUTMACHUNG Keine Konsequenz
Ich WIR Chaos
"Einzelkämpfertum" NETZWERK "Grüppchenbildung"

 

Distanz / Grenzenlosigkeit - PRÄSENZ

Die distanzierte Erziehungshaltung beachtet die Bedürfnisse des Kindes/Jugendlichen  zu wenig. Im Gegensatz dazu werden beim grenzenlosen Erziehungsstil die Bedürfnisse des Jugendlichen höher bewertet  als jene der Erziehenden.
PRÄSENT zeigen sich  Erziehende, wenn sie sowohl die eigenen Bedürfnisse als auch jene des Kindes/Jugendlichen wahrzunehmen vermögen und die Entscheidungen im Sinne der Erziehungsverantwortung treffen.

Kontrolle / Kontrollverlust - SELBSTKONTROLLE
Während im herkömmlichen Erziehungsstil versucht wird, das Verhalten des Kindes/Jugendlichen zu kontrollieren, herrscht bei der verweigernden Autorität  der Kontrollverlust vor. Hierbei kann weder das eigene noch das Verhalten des Kindes/Jugendlichen beeinflusst werden. 
SELBSTKONTROLLE hingegen bedeutet, dass nur das eigene Verhalten bestimmbar ist.

Unmittelbarkeit / Ignoranz - VERZÖGERUNG
Im herkömmlichen Autoritätssstil glauben Erziehende, sofort reagieren zu müssen,  in der verweigernden Autorität wird oft jegliche Reaktion vermieden.
Bei der Neuen Autorität stärken sich die Erziehenden dadurch, dass sie sich die Erlaubnis zur VERZÖGERUNG geben. Hierbei räumen sie sich Bedenkzeit für bewusste Handlungsschritte ein.


Willkür / Unentschlossenheit -TRANSPARENZ

Nicht berrechenbare, oft willkürliche Erziehungsmaßnahmen prägten den herkömmlichen Autoritätsstil. Im Gegensatz hierzu liefern sich Erziehende im verweigernden Erziehungsstil einem ständigen "Verhandlungsprozess" mit Kindern/Jugendlichen über Erziehungsmaßnahmen aus.
Durch die TRANSPARENZ - das Offenlegen von Erziehungsmaßnahmen - werden dem Kind/Jugendlichen die Konsequenzen für sein (Fehl-) Verhalten offen dargelegt. Dadurch wird dem Kind/Jugendlichen die Entscheidung über sein Verhalten zugemutet.

Strafe / keine Konseqenz - WIEDERGUTMACHUNG

Während im herkömmlichen Erziehungsstil versucht wird,  eine Verhaltensveränderung durch Angst vor Strafe beim Kind/Jugendlichen herbeizuführen, wird im verweigernden Autoritässtil das destruktive Verhalten des Kindes/Jugendlichen ohne Konseqenz belassen und somit oft verstärkt. 
Einer der Baustein der Neuen Autorität ist jener der WIEDERGUTMACHUNG. Hierbei unterstützen die Erziehenden das Kind/den Jugendlichen beim Finden einer respektvollen Lösung für alle Betroffenen.

„Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf!“ (afrikanisches Sprichwort)

Ich / Chaos - WIR

Traditionell übergab die Gesellschaft der Mutter die alleinige Erziehungsverantwortung, welche sie meist unhinterfragt übernahm. In der antiautoritären Bewegung hingegen wurden vor allem die systemischen Ordnungsprinzipien wenig geachtet: Das Kind übernahm oft unbewusst die Rolle als (Ersatz)PartnerIn, als (Ersatz)Elternteil bzw. die Unterscheidung zwischen ICH (Elternteil) und DU (Kind) ging verloren (symbiotische Beziehungsgestaltung).
Im WIR bestärken und unterstützen sich die Eltern gegenseitig in der Begleitung ihrer Kinder/Jugendlichen.



"Einzelkämpfertum" / "Grüppchenbildung" - NETZWERK

Dies betrifft vor allem Erziehende in Schul- und Bildungssystemen. Erziehende überfordern sich oft mit dem Anspruch, disziplinäre Probleme selbst und ohne kollegiale Unterstützng managen zu müssen. Auch  der Zusammenschluss von unterschiedlichen Parteien ("Grüppchenbildung") ohne ein gemeinsames Ziel ist immer wieder zu beobachten.
Ziel der Neuen Autorität hingegen ist das Aufbauen eines gemeinsamen Netzwerkes, bei dem sich die Erziehenden gegenseitig unterstützen und stärken.